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Fronleichnam.
Das Fronleichnamsfest, kurz: Fronleichnam (von althochdeutsch: fron Herr, liknam Leib; kirchenlat.: corpus christi), offiziell „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, wird alljährlich am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest - das ist der zweite Donnerstag nach Pfingsten - gefeiert. Heuer, 2019, fällt der Fronleichnamstag auf den 20. Juni. Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den Gründonnerstag an, der wegen des stillen Charakters der Karwoche keine größere Festlichkeit erlaubt. Aus diesem Grund wurde Fronleichnam an das Ende der österlichen Zeit gelegt, liest man im Begründungslexika.
Das Fest entstammt einem Wunder. Ein ungläubiger böhmischer Mönch brach auf seiner Pilgerreise nach Rom 1263 in dem mittelitalienischen Städtchen Bolsena während der Messfeier die Hostie, als plötzlich Blut daraus  tropfte. Eine andere Legende erzählt von einer Vision der später heilig gesprochenen Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahre 1209. Sie hat angeblich beim Beten den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt gewesen sei. Jesus habe ihr erklärt, dass der Mond die Kirche bedeute. Den dunklen Fleck bezeichnete Christus als ein fehlendes Fest des Messfeier-Sakraments.
Fronleichnam wird in vielen Ländern, und auf verschiedenste Weise - gefeiert. In Österreich - insbesondere im Mariazellerland - werden am Vorabend des Fronleichnamsfestes in den größeren Ortschaft - über den gesamten Ort verteilt - Altäre errichtet. In der Regel sind es vier bis sechs Altaraufbauten. Links und rechts sind kleine Birkenbäumchen - jeweils drei ca. 2 m hohe Bäume je Seite als eine Art Spalier - aufgestellt. Im Hintergrund - meist an eine Hausmauer angebaut, die blumengeschmückten Altaraufbauten, in der Mitte durch ein Heiligenbild (Marienbild) vervollständigt. (Fast) jeden Hauseingang ziert ebenfalls ein Birkenbäumchen, jeweils links und rechts der Haustüre gesetzt. (Warum gerade Birkenreiser, ist Bergheimat nicht bekannt Anm.d.Red.)
Ein besonderes Gepräge bildet die Prozession, bei der die Gläubigen hinter der Monstranz mit der Hostie herschreiten. In dieser Art wurde das Fest erstmals 1279 in Köln begangen. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand 1273 in Benediktbeuern statt. Doch zurück ins Mariazellerland. Ähnlich der Prozessionen in Südtirol (siehe Foto links), hat der Festzug eine ganz bestimmte Rangfolge. Vorne marschiert die örtliche Blasmusik, der sich weiß gekleidete Mädchen mit Blumen- oder Kunstblumenkränzen im Haar, anschließen. Während die ganz Kleinen - meist zwischen zwei und zehn Jahre alt - mit Blumenblätter gefüllte Körbchen, aus denen sie an den Altären Blumen streuen, tragen, tragen die etwas älteren - zwölf bis vierzehnjährigen - eine auf einem Traggestell befestigte, mit weißen Bändern geschmückte Marienstatue. Dahinter reiht sich eine weiter Abordnung weißgekleideter Mädchen, die religiöse Relikte auf kleinen Pölsterchen in Händen tragen. Dann kommt der Herr Pfarrer, die Monstranz in hocherhobenen Händen. Er schreitet unter einem an vier Holzpfeilern befestigten Baldachin - im Volksmund als "Himmel" bezeichnet - den vier kräftige Männer tragen. Hinter dem Priester mit dem Allerheiligsten schließlich, in Dreierreihen gegliedert, Ortsbewohner und andere Gläubige.
An jedem der vorhin geschilderten Altäre wird für eine kurze Andacht Station gemacht, werden Fürbitten gebetet. Nach dem abschließenden Segen mit der Eucharistiebestückten Monstranz, brechen die Gläubigen kleine Äste von den Birkenbäumchen. Die Äste werden zu Hause entweder zum Palmbuschen- oder hinter den Herrgottswinkel, als Schutz gegen Ungemach, gesteckt.
In der Orthodoxen Kirche ist die Verehrung des zur Anbetung ausgesetzten eucharistischen Brotes unbekannt.
Die heutige Sinngebung der Prozession geht in der Regel vom Bild des „wandernden Gottesvolks“ aus, dessen Mitte Christus, das „Brot des Lebens“, ist. Eine besondere Tradition kennt die Fronleichnamprozession auch als "Prozession zu Pferd" (Antlassritt) oder Schiffsprozession. In Deutschland sind vielerorts in der Mitte ganzer Straßenzüge wunderschön gestaltete Blumenteppiche ausgelegt (siehe Bild rechts).
Fronleichnam ist in einigen Bundesländern Deutschlands, einigen Kantonen in der Schweiz und in Österreich gesetzlich verankerter Feiertag, und (in Österreich) auch im Kalender rot ausgewiesen.
Fronleichnam in Bayern
In Bayern nannte man Fronleichnam auch ein wenig spitz Hoffarts- oder Prangertag. Die Mädchen bekamen neue weiße Kleider zum „Prangen" bei der Prozession. Sie schmückten sich mit Kränzen aus segensbringenden Kräutern. War die Prozession beendet, wurden Jungfernnudeln und Jungfernschmarrn (Schmalzgebackenes) serviert, ein Essen, zu dem sich die männliche Jugend, wie die Motten zum Licht, ersehnterweise schnell einfand. Prangerstauden hießen die Sträuße aus Blumen, Blättern und Zweigen an den vier Stationsaltären. Sie kamen nach der Prozession zum Palmbusch in den Herrgottwinkel oder man flocht sie in einen Pranger- oder Antlasskranz, der den Kindern vor einem Altar aufgesetzt wurde. Der Kranz sollte Segen und Gesundheit bewirken (Quelle: Internet... Sollte der oa. Auszug "Fronleichnam in Bayern" dem Copyright nicht entsprechen, wird um eine kurze Mitteilung per E-Mail unter page1@aon.at gebeten, um diesen Abschnitt unverzüglich aus dem Report zu entfernen)
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