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Ostera
In unseren Breiten ist der 17. März im Sonnenzyklus der Jahreszeiten ein besonders Datum. Bekanntlich ist der 21. Dezember der Tag der Wintersonnenwende. Die Nacht ist am längsten, der Tag am kürzesten.
Von da an geht es jedoch wieder bergauf, denn schon am 24. Dezember ist der Tag an Muckngoamaz (ein Mückengähnen) lang, sagt der Volksmund. Am 1. Jänner dann einen Hahnenschritt, zu Hl. Drei König gar schon einen Hirschensprung und zu Maria Lichtmeß (2.Februar) eine ganze Stunde, ehe der Tag die Nacht am 17. März (St.Patrick) eingeholt- und somit Tag- und Nachtgleiche gleich lang sind. Das kalendarische Gegenstück zum 17. März ist der 23. September: wiederum Tag- und Nachtgleiche! Jedoch in umgekehrter Reihenfolge: Die Nacht hat den Tag wieder eingeholt.
In der Mythologie wird das Osterfest und somit der Name "Ostern" der teutonischen Göttin Ostera zugeordnet. Sie ist die Göttin der Morgenröte, Fruchtbarkeit und Göttin des Frühlings. Die Tage sind länger als die Nächte, da Ostern stets am 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach Frühlingsbeginn (21. März) gefeiert wird. Demzufolge fällt Ostern 2018 auf den 1. April.
Der Frühling hat gegenüber dem Winter die Oberhand gewonnen. Und mit dem Osterfest endet bekanntlich ja auch die Fastenzeit, die übrigens in unseren Breiten von Aschermittwoch (immer ein Mittwoch vor dem 6. Sonntag vor Ostern), bis zur Auferstehungsfeier am Karsamstag dauert.
Zu Ehren der Germanengöttin Ostera gab es schon in grauer Vorzeit zahlreiche Feste. Geschichtlich erwähnt sind: Ein Schwerttanz zu Ostera, der den Kampf des Sonnengottes mit den Wintermächten versinnbildlicht. In einschlägiger Literatur liest man auch von Opferbräuchen, wie: Eier vergraben und verschenken. Das Ei wird ja bekanntlich als ein Symbol der Fruchtbarkeit angesehen. Ostern ist ein Familienfest, dem die Karwoche vorangeht.
In dieser Woche - beginnend mit dem Palmsonntag - bereitet man sich auf das wohl bedeutendste christliche Fest, nämlich der Auferstehung Jesu Christi, vor. Palmsonntag ist Gedenktag des Einzuges Jesus in Jerusalem. In unseren Breiten mit dem sogenannten Palmbuschen tragen versinnbildlicht, Die eigentliche Leidensgeschichte Christi beginnt mit dem Gründonnerstag und endet am Karsamstag (Nacht zum Ostersonntag ist Auferstehung Jesu).
Die Karwoche beinhaltet demnach einige Schwendtage ( abgeleitet von schwinden machen). Schwendtage sind im Gegensatz zu den Lostagen wahre Unglückstage, an denen man nichts Wichtiges unternehmen sollte. Ein großer Schwendtag ist demzufolge der Karfreitag, der daran erinnert, dass Jesus gekreuzigt wurde, und an einem Tag, Karfreitag genannt, um 15 Uhr am Kreuz starb. Ein Untag also, an dem angeblich früherszeiten die Menschen die Fensterläden dicht machten oder die Fenster verhängten.
In jüngster Zeit gibt es auch Statistiken, die bis zum Jahr 2030 reichen, und an Hand derer man jetzt schon ermitteln kann, wann künftig Ostern gefeiert wird. Hierbei wird als frühester Ostertermin der 23. März - und als spätester Termin der 24. April genannt.
Ein in unseren Breiten eher nicht so bekanntes Brauchheilmittel ist das Osterwasser. Als Urelement neben Feuer, Erde, Luft, gilt Wasser seit Menschengedenken als Symbol für Fruchtbarkeit, Leben und Reinheit. Und so wird dem Osterwasser neben seiner reinigenden Eigenschaften, auch heilende Wirkung zugesprochen. Folgende Rituale müssen aber unbedingt eingehalten werde, um die reinigende bzw. heilende Wirkung des Osterwassers voll empfangen zu können: Das Wasser wirkt nicht, wenn es einem Brunnen oder Teich entnommen wird, sondern es muss aus einem fließendes Gewässer (Quelle, Bach) in der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag nach Mitternacht und noch vor Sonnenaufgang  geschöpft werden. Um eine schöne Gesichtshaut zu bekommen, stellt man sich während der Waschung gegen die Strömungsrichtung. Dabei darf kein Wort gesprochen werden, ansonsten das Wasser seine Wirkung verliert und zum "Plapperwasser" wird. Erfüllt man sämtliche Kriterien, gilt  auch, dass man aus Quellen geschöpftes Wasser in Flaschen abfüllen und zur späteren Verwendung nach Hause tragen kann. Wobei auch hier zu beachten ist, dass man während des Transportes  kein Wort spricht, sich auch nicht umsehen darf und an keinem Kreuzweg vorbeigehen soll. Sind alle Bedingungen erfüllt, kann das Wasser als Heilwasser gegen Kopfschmerzen, Fieber verwendet werden. In der Wohnung versprengt, vertreibt es Ungeziefer, und in den Teig gegossen bewahrt es Brot vor Schimmel.
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